Sonntag, 11. Oktober 2015

Mit den Aktiven Senioren Bietigheim zum Kloster Neresheim und ins Steiff-Museum in Giengen an der Brenz

Mit den Aktiven Senioren im Kloster Neresheim und im Steiff-Museum in Giengen an der Brenz

Am 8.10.15 trafen sich die Aktiven Senioren von Bietigheim-Bissingen um 8Uhr am Bahnhof, um das Kloster Neresheim und im Anschluss das Steiff-Museum in Giengen zu besuchen.
Trotz der frühen Abfahrt waren alle munter und wurden vor den beiden Bussen mit einer Brezel begrüßt.
75 Personen waren mit von der Partie, wobei sich das erste mal auch Nichtmitglieder am Ausflug beteiligen durften. Die Vorsitzende Renate Wendt wollte auch „Noch-Nicht-Aktiven-Menschen“ die Gelegenheit geben die Vereinsmitglieder in lockerer Atmosphäre kennen zu lernen, um sich von den Aktiven Senioren ein Bild machen zu können, um zu erfahren wie aktiv und frisch diese sind.

Morgendliche Nebelschwaden zogen über Waiblingen und Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und Unterkochen. Herbstliche Weinberge flogen am Bus vorbei und 30 Minuten vor dem Besichtigungstermin parkten die Busse bei zunächst noch grauem Himmel. Man konnte sich auf dem Klostergelände die Beine vertreten und sammelte sich pünktlich um 11Uhr in der Klosterkirche. 

Klosterkirche Neresheim

Leise Orgelmusik empfing die staunenden Gäste in dem umwerfenden lichtdurchfluteten Gebäude.
Viele Fenster und noch mehr herrliche Fresken sorgten für einen trefflichen optischen Eindruck. Nachdem dieser sich etwas gesetzt hatte, begrüßte uns die Ostalb-Führerin Frau Mettenleiter, um uns unglaublich viele Details über die Gegend, die Gründung, die Geschichte, die Baumeister, die Künstler und die diversen Eigentümer des Klosters zu berichten. Frau Mettenleiter ist eine außergewöhnlich kompetente Fremdenführerin, die die Zeit mit viel Wissen und Humor zu füllen weiß.

Innenraum der Kirche

Man erfuhr, dass das Kloster bereits im 11.Jahrhundert gegründet wurde, die Grundsteinlegung der jetzigen Kirche jedoch erst 1750 stattfand. Mit Balthasar Neumann war ein berühmter Baumeister am Werk und ein nicht minder berühmter Tiroler Freskenmaler namens Martin Knoller schenkte der Kirche 3300qm wunderschöne bunt-strahlende Fresken mit Szenen aus der Bibel, aber auch mit kleinen persönlichen Spitzfindigkeiten. Trotz wechselvoller Geschichte und zeitweiser Herrenlosigkeit nach dem 30jährigen Krieg, gelangte das Kloster 1993 durch den Kauf des Freistaats Bayern von Thurn und Taxis wieder an die Benediktiner zurück.

Fresken

Wir erfuhren, dass zum Bau ausschließlich regionale Materialien verwendet wurden und dass insgesamt 7 Kuppeln über den Köpfen der Gläubigen schweben, die größte davon mit 13m Höhe den kompletten Kirchenraum einnimmt. Da die große Kuppel nicht, wie ursprünglich von Neumann geplant, aus Stein sondern nur aus Holz gebaut wurde, musste sie 1975 abgebaut und neu durch ein Stahlgerüst ersetzt werden, was sich als Glücksfall für das Gebäude erwies, weil man feststellte, dass durch den Zusammenhang mit dem Nördlinger Ries, die Kirche zwar nicht auf Sand dafür aber auf einem gewaltigen unterirdischen See gebaut wurde. 

Außenansicht


Drei der 7 sieben Kuppeln

Dass der Maler ein wahres Genie und Meister der Perspektive war, erweist sich, wenn man sich vorstellt, dass die Heiligen im Himmel überlebensgroß gemalt wurden und zwar auf einem in schwindelerregender Höhe hängenden Gerüst auf dem Rücken liegend. So noch den Überblick zu wahren ist wahrlich eine Kunst. Einen kleinen Gag leistete sich Knoller mit einer gemalten sog. Pendellampe. Das muss man gesehen haben. Diese schwingt hin und her, wenn man auf und ab geht.

Himmelsfresko mit der wundersamen Pendelleuchte

Alle Einzelheiten der Historie hier wieder zu geben, würde den Rahmen sprengen. Es gibt nur die Möglichkeit sich selbst vor Ort schlau zu machen. Man muss diese gewaltigen Fresken einfach gesehen haben.
Angefüllt mit Informationen wurde am Ende noch die bombastische Akustik getestet, indem ein Lied angestimmt wurde.
Frau Wendt überreichte der Führerin noch eine wohl bemessene Spende für den Erhalt der Kirche und man verabschiedete sich ins Klosterrestaurant, wo das Essen bereits vorbestellt war.

Auch heute wieder moderne Architektur


Auch hier fuhren wir mit einer kleinen Verspätung weiter zum nächsten Ziel dem Margarete-Steiff- Museum. Inzwischen hat die Sonne die Oberhand über den Nebel gewonnen. Die Busse entluden ihre Fahrgäste vor der modernen Architektur des Museum. Modernität war bei Steiff schon immer ein wichtiges Thema. Das alte Fabrikgebäude von 1903 hieß bei der Bevölkerung wegen seiner Glasfronten, in dem hauptsächlich junge Frauen arbeiteten, nur lapidar „Jungfrauenaquarium“

Heute ist die Einsicht durch Jalousien verwehrt

Zuerst wunderten wir uns, weshalb nicht mehr als 25 Personen gleichzeitig in die Ausstellung durften. Doch als wir den ersten Showroom betraten, war jedem klar weshalb. Das Schneiderzimmer Margarete Steiffs war mit liebevollen Details nachgebildet, und so gestaltet als ob ihr „Geist“ aus ihrer Jugend erzählte und die Nähmaschine und mehr knattern und rattern ließ.

Margarete Steiffs Nähzimmer




 Von dort ging es in den nächsten Raum, wo man hinter einer Absperrung die alte Bären- Werkstatt bei Nacht betrachten konnte. Ein Teddy erzählte vom damaligen Leben und Arbeiten. Hier kam eine große Überraschung, die ich jedoch nicht verraten möchte. Schließlich soll dies noch viele „Kinderseelen“ in Erstaunen versetzen. Durch einige weitere Räume führten Frieda und Knopf, während sie verschwundene Bären suchten. Jede weitere Station entzückte mit unterschiedlichen Welten, bis man zu einer Galerie gelangte, in der Stofftiere in allen Größen und Varianten zu bestaunen sind. Jedes nur denkbare Lebewesen, ob noch existent oder bereits ausgestorben, hatte Steiff bereits in seinem Programm. Herrlich! Dort werden Kindheitsträume wahr.

Gefährliche Tiere zum Kuscheln



 Ebenso kann man auch die Herstellung life beobachten und Fragen zur Arbeit stellen. Musterbeispiele und Proben sind ausgebreitet. Zuletzt landet man wie selbstverständlich im Verkaufsraum. Die Augen und Herzen werden immer größer! Selbst wer sich vorgenommen hatte nichts zu kaufen, kann hier leicht schwach werden bei den kuscheligen Schönheiten.


Einladung zu Kaffee und Kuchen




 Im Museums-Cafe noch Kaffee und leckeren Kuchen zu sich nehmen und danach noch im Outlet stöbern, auf dem Gelände Kindheitserinnerungen austauschen und noch einen weiteren Laden mit Steiff-Produkten entdecken. 

Flauschiges zum Liebkosen


Nach diesem Ausflug hatte man große Kultur und flauschige Gefühle im Gepäck.
Vor der Abfahrt wurde jeder noch mit einem kleinen Schlüsselanhänger mit Teddy überrascht.
Auch diese Abfahrt verzögerte sich leicht, weil wir einen Teilnehmer vermissten. Dann ging es wieder Richtung Heimat vorbei an den schönsten Landschaften, die die Alb zu bieten hat.
Die Fahrt war nicht immer flüssig, was der Busfahrer Herr Albert jedoch durch seine versierte Fahrtechnik und seine charmante Unterhaltung ausglich. Um 19Uhr kamen wir wohlbehalten und mit müde gelaufenen Füßen am Bahnhof in Bietigheim an.
Schon jetzt ist sicher, wohin uns der nächste Ausflug führt, woran Herr Albert nicht ganz unschuldig ist.
Vielen Dank, liebe Renate Wendt für den großartigen Ausflug.

Text und Bilder: Friederike Hoerst-Röhl


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