Samstag, 24. Mai 2014

Hundeführerschein für Baden-Württemberg

Hundeführerschein für Baden-Württemberg

Niedersachsen ist bisher das einzige Bundesland, das einen "Sachkundenachweis" verlangt, der von Hundehaltern einen Beweis verlangt, dass sie in der Lage sind einen Hund zu halten und stets im Griff zu haben. Dieser Nachweis ist für alle Hundehalter Pflicht, die sich nach dem 1.7.2011 ein Tier angeschafft haben. Befreit davon sind Halter, die in den vergangenen 10 Jahren mindestens 2 Jahre ein Tier ohne Probleme gehalten haben, sowie Tierärzte, Jäger und Tierheimbetreiber. Von letzteren sollte man annehmen, dass sie sich sich mit Hundehaltung auskennen.
Die Prüfungen können bei Gemeinden, Vereinen, Hundeschulen und Tierärzten abgelegt werden. Der theoretische Teil dieser Prüfung muss vor der Anschaffung eines Hundes abgelegt werden, der Praktische dann zusammen mit dem Tier. Einzelne Familienmitglieder dürfen jedoch mit dem Hund auch ohne eigene Prüfung Gassi gehen, wobei der eigentliche Halter aber haftbar ist. Zudem müssen sich ab 1.7.2013 Hundehalter in einem kostenpflichtigen Melderegister eintragen lassen.


Wenn es draußen heiß ist, haben nicht nur Hunde Durst---auch Menschen brauchen Wasser. Hier:
http://www.aquaspender.de
Deshalb in der Firma und in der Schule einen Wasserspender



Thüringen hat derzeit noch die liberalste Regelung für Hundehalter. Hier wird erst über eine Meldepflicht für Hunde diskutiert. Jedes Bundesland darf über die Haltung und Regulierung von Pflichten selbst entscheiden. In Bayern existiert eine Leinenpflicht für "Agressive Rassen" trotz abgelegten Wesenstests. In Baden-Württemberg benötigt man eine Erlaubnis für als gefährlich eingestufte Rassen, wofür man in Sachsen, NRW, Bremen und dem Saarland bereits einen Sachkundenachweis braucht. In Rheinland-Pfalz beruht dieser Test auf freiwilliger Basis. Welcher Hundehalter macht schon freiwillig, was er nicht muss? In Hamburg muss der Hund nur dann an die Leine, wenn er keine Gehorsamkeitsprüfung abgelegt hat. In Schleswig-Holstein gilt dies nur für als gefährlich geltende Rassen.

                                            Hundeführerschein aus ganz anderer Sicht



Wer prüft und ahndet jedoch Verstöße gegen diese Vorschriften. Hundhalter tragen ja kein Nummernschild,  so dass man diese nur zur Rechenschaft ziehen kann, wenn sie einem persönlich bekannt sind. Wie oft ist dies schon der Fall bei einem Waldspaziergang oder wenn man beim Joggen ist? Was ist mit den vielen Hinterlassenschaften der sich ständig vermehrenden Köter, auch vor fremden Haustüren?

                                          Wird meistens nicht benutzt
                                        Auch daran halten sich Hundebesitzer nicht

Früher hatte vielleicht eine Familie in der Straße einen Vierbeiner, heute hat eine Familie in der Straße keinen, alle anderen haben gleich zwei, drei, vier oder noch mehr. Das scheint gerade Trend zu sein.
Man rettet ja als blöder Deutscher so gerne arme notleidende Viecher aus dem Süden Europas. Die wiederum werden dort in immer größer werdenden Mengen gezüchtet, damit man die Tierheime in Deutschland füllen kann für all die Rindviecher, die tatsächlich annehmen, sie helfen einer armen Kreatur. Stattdessen werden dort mehr und mehr Tiere produziert um sie auf unseren Straßen zu entleeren. Wenn die Tierheime hier wieder leer sind, fahren diese selbsternannten Tierfreunde nach Ungarn und beladen ihren Wohnwagen mit Nachschub, weil es bei uns noch nicht genug Kacke auf den Wegen gibt. 
Ein Hundeführerschein wäre eine gute Möglichkeit falsch verstandene  Tierliebe einzudämmen und vielleicht ein paar Spinner von übereilter Hundehaltung abzuhalten. Manche Leute verdienen mit diesem Systhem auch eine Menge Geld.

                                          Ist das Tierliebe?

Da werden dann manchmal 6 große Hund den ganzen Tag in einem kleinen Garten eingesperrt, von Leuten, die keine Ahnung von Tierhaltung haben. Wenn dieser Garten dann auch noch direkt am Gehweg liegt, dann rennen mehrere Faltenhunde und Chow-Chows kläffend und geifernd am Zaun entlang, oder büchsen gleich ganz aus und verfolgen Kinder, die mit dem Rad unterwegs sind oder ältere Damen mit ihrem Fifi. Wenn dieser Weg dann auch noch der Spazierweg von gelangweilten Rentnern oder Schulkindern auf dem Gang zur Schule oder dem Sportplatz sind, dann wird dort stundenlang ohne Unterlaß gebellt.
Manchmal fragt man sich, wie sich Harz-4-ler so viel Hundesteuer leisten können! Es gibt Gemeinden, die geben kostenlos Plastiktütchen für Hundi-Hinterlassenschaften aus. Die Farben wechseln regelmäßig. Wenn Hundmamilein die Kacke tatsächlich mal aufgetütet hat, weil sie gerade beobachtet wurde, wird das Päckchen gleich wieder am Wegesrand entsorgt, sobald die Luft rein ist. Pfui-Teufel!

                                 Deutlich zu sehen welche Farbe die Hundetütchen hier gerade hatten

Grundsätzlich will ja jder Hund offensichtlich nichts anderes als SPIELEN., selbst dann noch wenn er sich  zähnefletschend  vor Leuten postiert, die keine Lust auf diese Art Spielchen haben. Einen Hundebesitzer scheint so was nicht zun interessieren. Wenn er nicht dazu gezwungen wird, sieht er nicht ein sein Tier an die Leine zu nehmen, selbst wenn es größer ist als er. Meiner Meinung nach müsste jeder Hund einen Beißkorb tragen, sobald er das Haus verläßt. Dann könnte man nämlich selbst ohne Angst auf dem Gehweg gehen.
Hundführerschein und Wesenstest müssen verbindlich für jedes einzelne Tier sein. Wer nicht kapiert, dass sein Tier auf Anhieb zu gehorchen hat, der darf eben keines haben. Basta!

                                          Nicht überall pullern!


https://magazin.betreut.de/hundefuehrerschein-bundeslaender-696/

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/blaulicht/detail/-/specific/Tierrechtsorganisation-PETA-fordert-Hundefuehrerschein

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Rottweiler-beisst-Maedchen-Buerger-fordern-Hundefuehrerschein;art372448,6052301


Dienstag, 20. Mai 2014

Wanderausstellung "Armer Konrad" Stuttgart

Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg 

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Konrad-Adenauerstr.4

Vom 20.5.-4.9.2014

 Im Württemberg des Jahres 1514

Ausstellung zum 500. Jahrestag

Armer Konrad war im Mittelalter ein Synonym für den gemeinen Mann, da dies ein häufiger Vorname dieser Zeit war, und arm war er ohnehin. Das entspricht etwa der heutigen Bezeichung von "Hinz und Kunz". 

Bauern und Bürger der Landgemeinden und etliche Geistliche schlossen sich zum Bund des "Armen Conrad" zusammen, um sich gegen die stärker werdende Entrechtung durch Herzog Ulrich zur Wehr zu setzen. 
Dieser betrieb eine regelrechte Umverteilungspolitik zu Lasten der kleinen Leute. Also prinzipiell genau wie heute immer noch.
Das Volk war bereits gebeutelt durch Missernten und die daraus resultierende wirtschaftliche Not.
Um seinen maßlosen Lebenswandel und seinen verschuldeten Haushalt zu finanzieren und zu sanieren, wollte der Herzog das reiche Burgund überfallen. Dafür benötigte er die Hilfe der reichen Patrizier.  Deshalb wandelte er eine geplante Vermögenssteuer in eine Verbrauchssteuer auf Fleisch, Wein und Getreide um. Er reduzierte die Maßgewichte für den Handel, was die armen Leute noch mehr in die Verzweiflung stürzen musste.

Das kommt einem doch alles irgendwie ziemlich modern vor. Es hat sich wohl in den letzten Jahrhunderten im sozialen Gefüge nicht wirklich etwas geändert. Mit dem einzigen Unterschied, dass heutzutage Banker, die Wirtschaftsbosse der Konzerne und Aufsichtsratsvorsitzende die Übeltäter sind, die sich auf Kosten der kleinen leute bereichern, und dass die Aufstände gar nicht erst entstehen, aber sonst... 

Der Protest gegen diesen Betrug veranlasste den "Gaißpeter" im Mai 1514 die sog. Wasserprobe durchzuführen.
Die neuen Gewichte des Herzogs wurden in die Rems geworfen. Sollten diese untergehen so sei der "Arme Conrad" im Recht.
Diese "Gottesurteil" brachte den Stein für den Aufstand ins Rollen.
Wilhelm Gaißer initiierte konspirative Treffen mit anderen Widerstandskämpfern.
Es folgten große Revolten in Markgröningen, Göppingen, Schorndorf, Waiblingen, Marbach, Großbottwar, Bietigheim, Vaihingen, Brackenheim und Güglingen.
In Schorndorf wurde von Georg Gaißer und Konrad Bregenzer eine "Kanzlei des Armen Konrads" eingerichtet. In Suttgart und Tübingen sammelte sich die Unterschicht zum Aufruhr.
Das geplante Treffen auf der Untertürkheimer Kirbe nahm solche Ausmaße an, dass der Herzog zu Zugeständnissen gezwungen werden konnte. Auf dem Marbacher Städtetag wurden von 16 Städten 41 Forderungen erhoben.

Tübinger Vertrag 

Der Herzog garantierte den Landstädten Mitsprache bei der Regierung, freie Wahl von Wohn- und Aufenthaltsrecht sowie ordentliche Gerichtsverhandlungen. Die Städte mussten sich dafür verpflichten dessen immense Schulden in Höhe von 920000 Gulden zu übernehmen und akzeptierten auch die Todesstrafe bei "Landfriedensbruch". Somit war der Aufstand niedergeschlagen und die Führer des "Armen Conrad" auf das Schafott geführt.
Durch die Entschuldung konnte der Herzog nun Söldner bezahlen und gegen die Unterschicht vorgehen. 1700 Aufständische wurden gefangen genommen in Kerker gesperrt, gefoltert, ermordet. Die Rädelsführer ließ er auf den Marktplätzen von Schorndorf, Stuttgart und Tübingen köpfen. Flüchtige wie Peter Gaiß wurden im Exil gefangen und öffentlichkeitswirksam hingerichtet.
5 Jahre später bereitete der "Schwäbische Bund" dem Herzog ein kurzes Ende. Der Friede sollte allerdings nicht lange halten.

 In der Ausstellung des Landesarchivs werden unter anderem auch Gerichtsakten aus der Zeit von Herzog Ulrichs Machenschaften ausgestellt.
Die Revolutionäre des "Armen Konrad" trugen ähnlich wie die "Bundschuhbewegung" in Baden auch eine Fahne als Symbol mit sich. Im Gegensatz zur Bundschuh-Fahne ist diese aber nirgends bildhaft, sondern lediglich  als wörtliche Beschreibung, überliefert.
Da Fahnen jedoch immer noch eine symbolträchtige Wirkung haben, sollte eine Nachempfindung eines "Konrad-Wimpels" Teil der Ausstellung sein. 

                                          zu sehen in den aufgeführten Ausstellungen
                                         Fahne des Aufstandes von 1514
                                         nachempfunden von Friederike Hoerst-Röhl

Hierzu wurde die Textil-Künstlerin Friederike Hoerst-Röhl beauftragt. Die Gestaltung dieser Fahne lag bei ihr in guten Händen.
 Es war nur überliefert, dass ein knieender Bauer vor einem Kreuz abgebildet war und die Worte "Der Arm Conrad" zu lesen waren.
Es mussten Recherchen angestellt werden bezüglich der Kleidung der damaligen Zeit, wie auch der Materialien und der möglichen Farben. Es sollte ja nicht wie Theater wirken sondern die mögliche reale Gestaltung gezeigt werden.


Weitere Präsentationen:
Bad Urach, Schloss                                         18.9.2014-18.1.2015
Marbach, Volksbank                                        4.2.  2015-30.4.2015
Bietigheim-Bissingen, Museum Hornmoldhaus  17.5.-20.9.2015
Böblingen, Bauernkriegsmuseum                      11.10.2015-8.1.2016

Info.: www.landesarchiv-bw.de/hstas

http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/120/56012/Ausstellung_Armer_Konrad.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Armer_Konrad 
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ausstellung-zum-armen-konrad-gestaendnisse-unter-schwerer-folter.3c2f8bd0-e52c-4590-8363-1e8c2496d2d6.html

Dienstag, 6. Mai 2014

Oscar-Paret-Schule soll Klassen einsparen

Gymnasium in Freiberg bei Ludwigsburg soll Klassen einsparen

Am Gymnasium in Freiberg wurden 98 Schüler für die 5.Klasse angemeldet, in der Realschule 62, in der Gemeinschaftsschule 112 Schüler. Das Land Baden-Württemberg hat den Klassenteiler für Gymnasien auf 30 Kinder festegelgt, den Klassenteiler für Gemeinschaftsschulen auf 28 Kinder.  Der Landeszuschuss pro Kind beträgt bei Gymnasien 583€, bei Gemeinschaftsschulen 1187€.
Ministerpräsident Kretschmann will künftig um die Schuldenbremse anzuziehen 11600 Lehrerstellen einsparen. 
Die 98 Kinder im Gymnasium und die 62 Kinder in der Realschule hätten bei dem geforderten Klassenteiler in Freiberg genau vier 5te Gymnasialklassen und drei Realschulklassen ergeben. Die Schulbehörde hat die Gemeinde Freiberg nun  angewiesen nur drei Gymnasialklassen und zwei Realschulklassen zu bilden. Die Schulen wurden so von oben herab gezwungen Schüler abzuweisen. So etwas nennt man "Lenkungsvefahren". Überzählige Schüler wurden auf andere Schulen verwiesen. Andere Gemeinden müssen die dort abgewiesenen Schüler aber nicht zwangsweise aufnehmen. Die Schule in Freiberg verfügt über ein Fussballausbildungszentrum- gibt es nicht gerade an jeder Ecke- und hat dort angemeldete mental-normal-begabte und sportlich besonders begabte Kinder abgewiesen.
Nicht dass ich jetzt ein Verfechter von Fussballzentren wäre, aber ich muss mich doch fragen, wie das aussieht, wenn dort eventuell übereifrige Down-Syndrom-Mütter oder andere Behinderte ihre Kinder partout im Gymnasium sehen wollen. Wenn Herr Kultusminister Stoch per Pedition gezwungen werden soll, solchen Forderungen statt zugeben, werden dann alle angemeldeten Geistig-Behinderten auf dem Gymnasium angenommen, während die mental Hochbegabten abgewiesen werden, nur damit Inklusion demonstriert wird? Verkehrte Welt! Oder versucht man durch die Kürzung der Klassenanzahl genau das zu verhindern? Vielleicht kann mal irgendjemand aus dem Ministerium Klartext reden? Das wäre dringend nötig. Will Kretschmann etwa die vielen Lehrer einsparen dadurch, dass es in Zukunft nur noch eine Gemeinschaftsschule für alle Kinder, mit sämtilchen Behinderungen und Begabungen gibt, also alle in einen Topf und gut umrühren. Dann sind am Ende alle gleich gebildet, nämlich überhaupt nicht.

Er müsste doch wissen, was er da anrichtet, wo er doch selbst Lehrer war. Sein Vater war Lehrer, seine Frau ist Lehrerin, zwei seiner Kinder sind auch Lehrer. Er hält Lehrer für einen schönen Beruf.
Vielleicht hasst er einfach nur das Gymnasium als Institution und will es deshalb ruinieren, oder tut er das, weil er so katholisch is?. Glaubt er der Himmel schickt ein wenig Gerechtigkeit und sorgt dafür, dass die Behinderten plötzlich weniger behindert sind, wenn man diese statt der Hochbegabten dort hinschickt. Man fasst es nicht. Das ist alles so krank!

Nach der nächsten Pisa-Studie kommt der nächste Aufschrei, wobei diese Studie per se nicht ernst genommen werden kann. Wenn man unser marodes System und die freiwillige Zensur vergleicht mit Ländern, in denen Kinder aus fremden Ländern ohne Kenntnis der Landessprache keine öffentliche Schule besuchen dürfen (Finnland) oder mit Ländern, in denen es fast gar keine Kinder aus fremden Ländern (Portugal) gibt und, ganz wichtig, Behinderte jeglicher Art überhaupt in gar keine Schule gehen dürfen (fast überall in Afrika und Asien). Bei uns muss neuerdings alles möglichst raumeinheitlich inkludiert werden. Zieldiffernzierter Unterricht hat die letzten Jahrzehnte wunderbar in unseren hervorrgenden Förderschulen statt gefunden. Das hat aber Müttern wie Frau Ehrhardt in Walldorf nicht gepasst. Wenn sie ihren Down-Syndrom- Sohn ins Gymnasium steckt, wir der schon irgendwann auch sein Abitur geschenkt bekommen, damit er nicht weint und viellleicht soll er dann auch mal Pilot oder Chirurg werden, weil ja seine Freunde das auch werden durften. Man darf schließlich niemanden diskriminieren.  Ich glaube überall auf der Welt lacht man sich einen Ast zum Festhalten über die bescheuerten Deutschen. Kein Wunder, wenn sich ein ganzes Land von einer vom Ehrgeiz zerfressenen Medien-Mutter in Haft nehmen läßt. Wenn die Angelegnheit nicht so traurig wäre, könnte man gerade mit lachen.

                                         Wahre Freundschaft funktioniert auch außerhalb des Klassenzimmers


Einige Tage später liest man in der Bietgheimer Zeitung über den Schülerrückgang des Landkreises, an den 150 Gymnasien seien für das kommende Schuljahr nur noch 14517 statt wie vergangenes Jahr 15069 Kinder angemeldet worden. Auch hier wurde vermerkt, dass in Freiberg 98 Kinder angemeldet wurden und drei 5te Gymnasialklassen gebildet werden. Womöglich ist es der Schreiberin (Gabriele Szczegulski) entgangen, aber bei einem Klassenteiler von 30 bleiben bei 3 Klassen eindeutig  8 Kinder übrig. In diesem Bericht steht kein Wort darüber, dass die angemeldeten Kinder, wie auch an der Realschule nicht alle angenommen wurden, und in den umliegenden Gemeinden auch nicht aufgenommen werden müssen.  In dieser Zeitung wird lediglich erwähnt, dass laut Regierungspräsident Johannes Schmalzl die Anmeldezahlen angeblich belegen, dass die angeblich steigende Akzeptanz der schönen neuen Gemeinschaftsschulen-Welt dafür verantwortlich sei, dass nicht mehr so viele Kinder ins Gymnasium wollen.
Ich bin nicht sicher, wer hier eigentlich wen manipuliert, belügt oder auf die Schippe nimmt. Fest steht jedenfalls, dass die Gemeinschaftsschule auf Teufel komm raus etabliert werden soll, gleich welche Schüler dabei geopfert werden. Schüler, die am Gymnasium abgewiesen werden, können nicht auf die Realschule ausweichen, weil auch dort schon nicht die entsprechende Klassenanzahl gebildet werden darf. Kinder, die eigentlich die Realschule besuchen wollten, werden vermutlich zwangsweise in die neue Gemeinschaftsschule verbannt. Wenn man nun weiß, dass die Landesregierung beabsichtigt sämtliche Förderschulen abzuschaffen und alle Kinder in einer gemeinsamen Schule zu inkludieren, braucht man nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was sich dort die nächsten Jahre abspielen wird. 
Wenn in ein und demselben Bundesland massiv gefordert wird geistig behinderte Kinder im Gymnasium zu beschulen und gleichzeitig Kinder, die vermutlich eine reelle Chance auf das Abitur haben, auf dieser Schule nicht zugelassen werden, dann kann man schon mal mit Recht am Verstand gewisser Leute im Kultusministerium und an der Landesregierung zweifeln.

                                          Ich bin Politiker und bin der gleichen Meinung, egal welcher!

Auch das jugendliche 8-köpfige "Gremium" des Landesschülerbeirats fühlt sich berufen bei diesem komplizierten Thema mit mischen und Einfluß nehmen zu können. Dies wird so dargestellt als ob einzelne Jugendliche die Meinung sämtlicher Schüler Baden-Württembergs vertreten, was jedoch nicht richtig ist.
Der "Pressesprecher" dieser kleinen Gruppierung, Marcel Schliebs, darf am Sonntag-Morgen bei SWR -übrigens derselbe Sender, bei dem Frau Ehrhartd arbeitet, und für den er selbst über seinen USA-Aufenthalt berichtet hat-  seine Meinung kundtun.
Da sind mir schon ein paar abstruse Äußerungen aufgestoßen. Der Junge glaubt, man müsse diesen geistig-behinderten Henri ans Gymnasium holen, damit man seine Toleranzfähigleit an ihm quasi trainieren kann. Er kenne keinen einzigen Schüler auf seiner Schule, der einen Geistig- Behinderten zum Freund hat, und man habe ja auch gar keine Möglichkeit solchen Kindern zu begegnen. Entschuldigung, aber wie kann jemand mit solch einer verqueren Einstellung Pressesprecher des Landesschülerbeirats werden? 

                                                    Mein Freund der Baum

Hat der Junge noch nichts von Ehrenämtern in Behinderteneinrichtungen gehört? Das kann gerne jeder tun. Sicher darf er auch an Förderschulen  Lesepate werden oder etwas in der Art. Da hätte er schon längst jede Menge Kontakte knüpfen können, so er gewollt hätte. Wer soll einem solchen Schüler, der Auslandsaufenthalte in USA verbringt und sich von seinen Anhängern in den Vorstand des Schülerbeirats wählen läßt, ernsthaft abkaufen, dass er sich so gerne einen geistig behinderten Freund zulegen würde? 
Da müsste man mal abklären, wie manche Menschen die Begriffe "Freund" und "Freundschaft" eigentlich definieren. Zweifelsfrei müssen Behinderte jeder Art als Menschen respektiert werden und sie sollen auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben, was in Deutschland bereits seit langem der Fall ist. Doch gibt es auch Unterschiede zwischen Freundschaft und Kameradschaft. Eine Generation, die Freundschaft nur noch über Face-Book definiert, hat natürlich keine Vorstellung davon, wie sich echte Freundschaft anfühlt. Wahre Freundschaft ist nicht darauf angwiesen das Klassenzimmer zu teilen. Weil als Beispiel oft die USA herangezogen wird, wollen wir festhalten, dass sogar dort Hochbegabte und Minderbegabte zwar im selben Gebäudeblock unterrichtet werden, jedoch in getrennten Räumen. So schlau sind also sogar die Amis.
Es erfreut sich zur Zeit einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz pro Henri-Mutter (das Kind will das, was die Mutter will) zu sein und vielleicht kann die Speicheleckerei ja auch gewisse Vorteile bringen. Es würde mich gar kein bisschen wundern, wenn die Mutter von Henri ein Stück zur Meinungsbildung beigetragen hätte. Jedenfalls vertritt Marcel Schliebs vielleicht die Meinung eines 8-köpfigen "Gremiums" von Halbwüchsigen, auf keinen Fall aber die aller Schüler in diesem Land, genauso wenig wie Frau Ehrhardt die Meinung aller Eltern und aller Lehrer vertritt, wenn das auch gerne so dargestellt wird.

                    

Sonntag, 27. April 2014

Heiligsprechung von 2 Päpsten

Habemus Popanz

So, so, nun gleich zwei neue "Heilige Päpste" an einem einzigen Tag, ausgerufen von einem und begleitet von einem zweiten Papst, eine Vier-Päpste-Party sozusagen, umringt von "Sister-Act" und von "In-Trance-Geratenen-Jüngern". Wenn der Papst doch der Stellvertreter Gottes auf Erden ist, müsste er da nicht per se schon heilig sein und ein vorbildlich christliches Leben sollte er wohl geführt haben? Wird nicht jeder Papst bereits zu Lebzeiten mit "Heiliger Vater" angesprochen? Wieso muss er dann noch extra heilig gesprochen werden? Katholische Logik muss kein real-denkender Mensch verstehen.


 Schon im Vorfeld der Heiligsprechung wurde ein junger Pilger in Brescia von einem 30m hohen Kreuz erschlagen. So wunderlich können Wunder sein. Wahrscheinlich hat der Herrgott gedacht: "Den armen Irren liebe ich so sehr. Den erschlag ich gleich höchst persönlich." Manchmal frage ich mich wirklich, was den "Denkenden Menschen" so irre leitet. Kann es tatsächlich sein, dass im aufgeklärten Europa des 21. Jahrhunderts Menschen mit Hirn und Vernunft an Wunder glauben? Man fasst es nicht! Leute, mal ehrlich-- es gibt keine Wunder, weder hier noch woanders, weder gestern noch heute. Es gibt nur Zufälle und Begebenheiten, die sich der Mensch in seiner unendlichen Einfalt nicht erklären kann. 


                                         Keine Wunder hier


                                          Auch hier keine Wunder


                                         Bei so viel Gläubigkeit muss doch ein Wunder geschehen


Dass eine vermeintliche Wunderheilung ausgerechnet in Latein-Amerika geschehen sein soll-- wen wunderts?
Wenn der katholischen Kirche die freiwilligen Obolus-Zahler wegfallen, musss sie halt den Zweiflern ein bisschen Show, ein bisschen Hokus-Pokus bieten, damit die Kinder im Geiste ihren Obrigkeiten wieder zujubeln und in heilige Exstase verfallen.
Für die Doppel-Heilig-Sprechung haben die Fanatiker in Rom sogar ihre ureigenen Regeln außer Kraft gesetzt.Was interessiert den frommen Katholiken schon sein eigenes blödes Geschwätz von vorgestern? Hauptsache das Dummvolk hat sein Zeremonien-Brimborium und Mummenschanz in Kardinalsrot, Gold und weißen Spitzenkleidern. Wie niedlich! Das lenkt alles so schön von den wahren Problemen der Welt ab. Die wollen wir doch lieber gar nicht sehen, gell?


 
     Ein bisschen Hokus-Pokus im 21. Jahrhundert

   

 Nur so kriegt man die Deppen unter Kontrolle und kommt an ihr Geld. Macht hat die Kirche schon immer gern ausgeübt. Dafür muss gar nicht tief in die Trickkiste gegriffen werden. Vollkommen bekloppte Ideen aus der Steinzeit der Wissenschaft reichen dafür aus.
Das Menschenvolk ist so leicht zu beeindrucken, weil es liebend gerne Monarchen und  allen möglichen Adel-Fuzzis huldigt und halt auch besonders gerne Heilige anhimmelt und bejubelt. Vielleicht strahlt das Licht ja einwenig auf die eigene Nichtigkeit, und der Dummlack fühlt sich gleich besser.

                                           Eine Wunderbegegnung

Wie leicht lässt sich der fromme Ochse am Nasenring vorführen und schickt seinen dämlichen Nachwuchs nach Rom oder wenigstens zum nachgespielten Konzil von Konstanz. Ministerpräsident Kretschmann persönlich verkündete, dass der inter-religiöse Dialog des Konstanzer Konzils vor 600 Jahren noch heute eine Inspiration sei. Aha!
 Davon abgesehen, dass lediglich ein weltlicher Herrscher namens Sigismund die Vielfalt der katholischen Kirche wieder zusammen führen wollte um sich von einem ihm genehmen Papst zum Kaiser krönen zu lassen. Für dieses Ergebnis wurde auch mal eben das Versprechen einens freien Geleits gebrochen und der böhmische Reformator Jan Huss als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das sollte man heraus stellen, aber das weiß Herr Kretschmann wahrscheinlich alles nicht so genau als Lehrer, und als Grüner ist man sowieso eher fromm denn sozial und demokratisch.
 Wenn schon die gesamte Presse und alle Medien die Menschen tagelang von morgends bis abends mit Frömmigkeiten zuschütten, da kann man sich als Ministerpräsident nicht ausschließen und muss so wunderbar haltlosen Schwachsinn von sich geben.  Das ist doch toll, wenn die Einheit der katholischen Kirche wieder hergestellt wird. Gebündelte Macht ist noch mächtiger. Wunderbar! Man kann wirklich nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.

                                          Ruhesitz für den Papst


                                          Ruhesitz für Kinderschänder


Klein daneben in der Tageszeitung findet sich eine Notiz über einen Priester in Lauchheim auf der Ostalb, der im Verdacht steht kinderpornographische Fotos besessen zu haben. Für diesen Pfarrer gilt erst mal die Unschuldsvermutung und deshalb muss er seelsorglich und psychologisch betreut werden, sprach Bischof Gebhard Fürst. Bleibt abzuwarten wie diese Angelegenheit wieder unter den Kirchenteppich gekehrt wird.

                                          Noch eine wundertätige Heilige

Das allerschlimmste ist jedoch, dass die frömmelnde Christenheit, auch nicht gescheiter als ihre muslimischen Kollegen, sofort dabei sind , dieselbe idiotische Bigotterie von allen anderen auch zu verlangen. Alle sollen nach deren Pfeife tanzen und gefälligst an heiligen Feiertagen eben nicht tanzen, bloß weil die das für richtig halten. Der Kluge sei gottlos und böse, der Dumme fromm und gut. Hellau und Halleluja!
Lasst mich zufrieden mit Eurem mittelalterlichen Kinderkarm!
http://www.spiegel.de/panorama/italiener-wird-vom-kreuz-erschlagen-a-966140.html  
http://www.sueddeutsche.de/panorama/heiligsprechung-im-fototicker-tanzende-nonnen-scherzende-koenige-1.1944798-8 
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-johannes-paul-ii-heiligsprechung-in-der-katholischen-kirche-a-965803.html
http://www.wissenbloggt.de/?p=23846

Montag, 21. April 2014

Jüdischer Friedhof in Buchen-Bödigheim

Osterbesuch auf dem Jüdischen Friedhof in Buchen-Bödigheim

 

                                         Mitten im Wald

 

Der Friedhof wurde bereits im Mittelalter angelegt. Heute sind noch ca. 1600 Grabsteine erhalten. Unter dem hellgrünen Blätterdach von Buchen in Buchen liegen die Grabstellen dicht an dicht, scheinbar abgeschottet von jeglicher Zivilisation. Vermutlich ist das auch der Grund weshalb alles noch so gut erhalten ist. Wie im Märchen fühlt man sich in vergangene Zeiten zurück versetzt.
                                                       fernab der Welt


 Der Friedhof diente zeitweilig bis zu 30 Gemeinden  als letzte Ruhestätte. Eines der letzten Begräbnisse war das des Buchener Dichters Jakob Mayer, der sich aufgrund der sozialen Beschränkungen 1939 das Leben nahm. Ist das bei Juden eigentlich keine sog. Todsünde wie bei den Christen? Denn dann schützt da wohl auch die "Ewige Totenruhe" nicht vor der Verdammnis.

                                                      jeder Tote für sich allein

Dort wo Niederadlige von ihren höheradligen Bossen das Halten von Juden erlaubt bekamen, haben diese sich dort gegen das Bezahlen eines Schutzgeldes niedergelassen. In Bödigheim waren das die "Rüdt von Collenberg", die eine Reihe von Schloß-ähnlichen Höfen besaßen und noch immer besitzen. Wie so was wohl zustande kam?
Glücklicherweise war dieses Dorf nicht wichtig genug, um im 2.Weltkrieg bombardiert zu werden, weshalb auch der Friedhof ungeschoren davon kam. Bleibt zu hoffen, dass nicht ein paar spätberufene Dummköpfe die Zerstörung meinen nachholen zu müssen. 

                                                      fürs Vaterland in Metz gefallen

Auffallend ist im Zusammenhang mit Kriegsereignissen, dass auf manchen Grabsteinen zu lesen ist, dass der Verstorbene sein Leben für sein Vaterland gegeben hat, wohlgemerkt im Ersten, im Zweiten gaben sie ihr Leben dann nicht mehr freiwillig, also nahm man es mit Gewalt. 

                                          Im ersten Weltkrieg freiwillig im zweiten mit Gewalt

http://www.rnz.de/buchen/LINK00_20130911060051_106784234-Juedischer_Friedhof_ist_alles_andere_als_ein_u.html
http://www.alemannia-judaica.de/boedigheim_friedhof.htm